Garmin GPSmap 60CSx
Routingfähiger Outdoor-Navigator mit MicroSD-Speicherkarte
Sieht man von den Äußerlichkeiten ab und betrachtet die Technik genauer, dann treten die Unterschiede zum Vorgängermodell aber doch deutlicher hervor:


Chipsatz:
Der GPSmap 60CSx hat einen SIRF-III Chipsatz, der empfindlicher ist und eine Positionsbestimmung unter sehr ungünstigen Empfangsbedingungen ermöglicht. GPS in einem Innenraum in der Nähe des Fensters ist mit dem GPSmap 60CSx generell möglich, im direkten Vergleich schneidet der ältere GPSmap 60CS deutlich schlechter ab und meldet viel öfter, daß es keinen Empfang gibt. Ähnlich verhält es sich auch bei Wanderungen in dichtem Wald. Der GPSmap 60CSx hat wesentlich weniger Probleme in kritischen Gebieten als das Vorgängergerät.


Speicherkarte:
Endlich hat es Garmin geschafft ein Gerät mit einem vernünftigen Speicherkartenslot auf den Markt zu bringen. TransFlash bzw. MicroSD ist ein Standard, der ausbaufähig ist und den man in Zukunft höchstwahrscheinlich in vielen Mobiltelefonen und PocketPCs finden wird. Mit einer maximalen Kapazität von 2GB (Stand März 2006) passen die Kartendaten von ganz Europa oder wahlweise auch von den gesamten Vereinigten Staaten auf eine einzige Speicherkarte. Der Speicherkartenslot befindet sich unterhalb der Batterien, ist leicht zugänglich und innerhalb von wenigen Sekunden kann man das Speichermedium tauschen. Eine MicroSD ist übrigens so klein, daß man sich eine zweite Speicherkarte mit zusätzlichen Kartendaten mittels Klebeband auf die Innenseite des Batteriefachdeckels kleben kann. Auf diese Weise kann man die Karten für Europa und die USA immer dabei haben.
Kartenmaterial im NT-Format: Die seit kurzem angebotenen Mapsourece-Karten im NT-Format sorgen für Verwirrung. Dabei ist alles ganz einfach: Es gibt die bisher angebotenen Karten im sogenannten "Classic"-Format und es gibt neue NT-Versionen. "NT" bedeutet "New Technology" und bezieht sich auf einen Komprimierungsalgorithmus mit dem das Kartenmaterial gespeichert wird. Damit versucht man die immer umfangreicher werdenden Kartendaten zu erfassen ohne mehr Speicherplatz zu benötigen. Zur Dekomprimierung benötigt man aber die entsprechenden Hard- und Softwarevoraussetzungen. Fast alle bisher angebotenen Garmin Modelle verwenden noch die "alten" Kartendaten im sogenannten "Classic"-Format, der GPSmap 60CSx verfügt über die notwendige Firmware und die erforderliche Prozessorausstattung um auch mit den neuen NT-Karten umgehen zu können. Selbstverständlich können auch Mapsource-"Classic"-Kartendaten, wie zum Beispiel Metroguide Europe oder Metroguide USA verwendet werden. Theoretisch wäre es auch möglich mit einer entsprechenden Lizenz neue Mapsource-"Classic"-Kartendaten auf einem GPSmap 60CSx freizuschalten. Umgekehrt sieht es schlechter aus, denn auf einem GPSmap 60CS können keine NT-Kartenversionen verwendet werden.



Schnittstellen:
Schön, daß es noch eine serielle Schnittstelle gibt. Wirklich braucht man sie nicht mehr, denn man stelle sich vor 2GB Kartendaten über RS-232 zu übertragen. Das würde wahrscheinlich ein paar Tage dauern. Sinnvoll ist der runde Garmin-Stecker aber trotzdem, weil er gleichzeitig auch für die externe Stromversorgung verwendet werden kann. Da gibt es preiswerte Kabel und der klassische runde Garmin-Stecker ist robust und sehr zuverlässig. Die Datenübertragung erfolgt sinnvollerweise über die USB-Schnittstelle. Die ist jetzt eine Version 2.0 und schön schnell, sie übernimmt auch während einer Verbindung mit einem Computer die Stromversorgung des GPSmap 60CSx. Das ist angenehm, denn wenn man den GPS-Empfänger zur Übertragung von Kartendaten verwendet, braucht man sich um die Batterieleistung keine Gedanken zu machen.
Gehäuseabmessungen, Bildschirmgröße und Verarbeitung sind beim GPSmap 60CS und beim GPSmap 60CSx identisch. Lediglich die Gehäusefarbe, die Gestaltung der Symbole und einige geringfügige Details beim Menü unterscheiden die beiden Modelle.
Beim GPSmap 60CS (links) gab es nur 56MB knapp bemessenen Speicher für Kartendaten. Der GPSmap 60CSx hat einen Slot für MicroSD-Speicherkarten.
Gleiches Gehäuse aber unterschiedliche Technik: Der GPSmap 60CSx (rechts) hat einen deutlich besseren GPS-Chipsatz und liefert Positionsdaten auch unter sehr schlechten Empfangsbedingungen.
Einen ausführlichen Bericht zum GPSmap 60C bzw. CS gibt es hier. Nachdem die Funktionen und die Ausstattung beim Garmin GPSmap 60CS und beim GPSmap 60CSx bis auf wenige Kleinigkeiten identisch sind, wird auf dieser Seite nur auf die Neuerungen Bezug genommen. Noch ein Hinweis zu den Typenbezeichnungen: Es gab bzw. gibt jeweils ein Modell ohne magnetischen Kompaß und ohne barometrischen Höhenmesser. Diese Geräte haben die Typenbezeichnung GPSmap 60C bzw. GPSmap 60Cx. Die häufiger verkauften Modelle mit Höhenmesser und Kompaß sind GPSmap 60CS und GPSmap 60CSx.

Der Garmin GPSmap 60CS war bei seiner Markteinführung vor zwei Jahren ein Toppmodell mit umfangreicher Ausstattung, robustem Gehäuse und einem der ersten wirklich brauchbaren Farbdisplays bei Handheld-Geräten. Innerhalb kurzer Zeit war dieses Modell das Synonym für einen leistungsfähigen Outdoor-GPS-Empfänger und hat sich irgendwie als Referenzgerät in dieser Geräteklasse etabliert. Für Garmins Mitbewerber Grund genug, eigene Kreationen zu schaffen und Modelle anzubieten, die den GPSmap 60CS einholen oder ihn sogar übertreffen wollen. Hatte man früher eigentlich nur die Wahl zwischen einem Garmin, einem anderen Modell von Garmin und einem Modell von Magellan, dann schaut die Sache in der Zwischenzeit ein wenig anders aus. Wahrscheinlich Grund genug für Garmin um das Spitzenmodell einem Facelift zu unterziehen und wieder auf den aktuellen technischen Stand zu bringen.

Rein äußerlich kann man das aktuelle Modell und den Vorgänger nur anhand der Gehäusefarbe unterscheiden. Dem GPSmap 60CS wurde ein hübsches blaugraues Gehäuse verpaßt, während der neue GPSmap 60CSx in einem dezent bronzefarbigen Gehäuse steckt. Antenne, Tastatur und Gummiarmierung sind gleich geblieben, ebenso die perfekte Verarbeitung. Schaltet man den neuen GPSmap 60CSx ein, dann ist auch der Aufbau der verschiedenen Seiten und die Menüführung gleich. Auch das Design der Gerätesoftware hat sich kaum verändert, lediglich die Symbole wurden überarbeitet und haben jetzt eine etwas modernere Grafik, die ein bißchen so aussieht, als wäre sie von einem Comiczeichner entworfen worden. Interessant ist vielleicht auch, daß die Weckfunktion im neuen GPSmap 60CSx fehlt, dafür gibt es zwar keinen Ersatz aber als neues Feature eine Jumpmaster-Funktion, die irgendetwas mit Punktlandungen von Fallschirm/ Gleitschirmspringern zu tun hat. Alles in allem eine Modellpflege ohne große Änderungen und ohne revolutionäre Neuerungen, wobei man anmerken muß, daß man mit dem GPSmap 60CSx ein professionelles Werkzeug für jeden Art von Outdooreinsatz hat.
In der Praxis: Das Finetuning an der GPSmap 60-Serie hat sich ausgezahlt. Bedingt durch die Speicherkarte ist das Handling von Kartendaten wesentlich angenehmer geworden. Wie schon bisher stellt man sich zuerst einen Kartensatz auf dem PC zusammen und überträgt diesen dann auf die Speicherkarte. Das kann entweder mit einem Kartenleser geschehen, der SD/MicroSD-kompatibel ist oder mit dem Navigationsgerät selbst, wenn man es als Kartenleser verwendet. Vorteil daran ist, daß man die volle Geschwindigkeit von USB 2.0 ausnutzen kann. Bereits bei der Installation von Garmin Mapsource werden die passenden Treiber automatisch installiert. Schließt man den GPSmap 60CSx an den Computer an, erfolgt dann die automatische Konfiguration und der automatische Verbindungsaufbau. Diese Systematik ermöglicht die Übertragung von großen Datenmengen in relativ kurzer Zeit und so benötigt man für die Übertragung aller City-Navigator-Europa-Daten (ca. 1,45 GB) etwa 20 Minuten inklusive aller Berechungsvorgänge.


Meine Sympathien konnte der GPSmap 60CSx auf einigen Reisen erringen. Auch nach einem langen Flug und damit bedingt einem Standortwechsel von mehr als 500 Kilometern schafft das Gerät ein Positionsfix ohne weitere Hilfe mit der Autolocate-Funktion in ein paar Minuten, wenn man über die Weltkarte die ungefähre Position eingibt, dann gibt es das erste Positionsfix bereits zwischen 60 und 120 Sekunden. Der neue Chipsatz arbeitet sehr präzise und auch bei schlechten Empfangsbedingungen sehr zuverlässisg. Häuserschluchten und dichte Laubwälder sind kein Problem, der GPSmap 60CSx ist auch der erste GPS-Empfänger, der mit beheizten oder bedampften PKW-Frontscheiben kein Problem hat und sogar da fast immer auf Empfang ist. Die Routenberechnung bzw. Neuberechnung erfolgt verglichen mit dem Vorgängermodell wesentlich schneller, der GPSmap 60CSx ist bis auf die Sprachausgabe auch ein vollwertiger Ersatz für ein Fahrzeugnavigationssystem.
Jänner 2009 Update: Auf fünf längeren Reisen in Europa und den USA hat mich der Garmin GPSmap 60CSx bisher immer als treues Helferlein begleitet. Egal ob mit Garmin Mapsource Metroguide oder mit verschiedenen Versionen des City Navigator ausgestattet, hat es keine Probleme gegeben und ich bin immer ohne ungewollte Umwege an mein Ziel gekommen. Die Verarbeitungsqualität des Garmin hat mich bisher noch nicht enttäuscht, auch nach oftmaligem Gebrauch ist das Gerät noch immer ansehnlich, die Gummierung hält und auch die beleuchteten Gummitasten haben noch ihre Beschriftung. Insgesamt sind viele tausend Kilometer im Auto, auf dem Fahrrad oder zu Fuß relativ spurlos an dem Gerät vorübergegangen und auch technisch gibt es keine Auffälligkeiten. Mittlerweile gibt es mit den Colorado und Oregon Geräteserien, die den GPSmap 60CSx zwar nicht ablösen aber doch einige Ausstattungsdetails bieten, die auf den ersten Blick moderner sind, wie etwa einen Touchscreen. Meine Empfehlung für richtigen Outdooreinsatz bleibt aber nach wie vor der GPSmap 60CSx, nicht nur wegen der robusten Ausführung sondern auch wegen des derzeit sehr günstigen Preis-/Leistungsverhältnisses.

Juli 2009 Update: Seit einiger Zeit hat es bei der Berechnung längerer Routen (>200 km) Probleme gegeben. Der GPSmap 60CSx hat sich sowohl während der Routenberechnung als auch während der Navigation immer wieder ausgeschaltet. Manchmal wurde auch die Fehlermeldung 'Routenberechnungsfehler' ausgegeben und das Gerät ist eingefroren. Nach einigen Tests habe ich die Firmware 3.90 als Fehlerquelle ausgemacht. Vermutlich gibt es da ein Problem im Zusammenhang mit der Unterstützung von Speicherkarten bzw. Kartenmaterial mit mehr als 2048 MB Größe. Nach einem Downgrade auf die Version 3.70 funktioniert der GPSmap 60CSx wieder wie bisher und Routenberechnungen bis zu 1.000 Kilometer Luftlinie zwischen zwei Orten sind problemlos möglich.

Juli 2009 Update 2: Garmin hat die Firmware 4.00 (mit Datum 26. Mai 2009) veröffentlicht, mit der es keine Probleme gibt. Speicherkarten größer als 2048MB funktionieren jetzt problemlos, es gibt keine Abstürze und auch die Routenberechnungsfehler sind fast komplett verschwunden.

Juli 2017 Update: Der GPSmap 60CSx ist nach wie vor im Einsatz, auch wenn ich modernere GPS-Empfänger (Montana 650, Monterra, GPSmap 276Cx) besitze. Für mich ist der GPSmap 60CSx das Outdoorgerät schlechthin. Eine ideale Größe, ein noch immer überzeugendes transflektives Display sowie eine Elektronik, die robust ist und noch immer gute Empfangseigenschaften hat. Das Gehäuse ist widerstandsfähiger als ich vermutet habe. Nach immerhin fast elf Jahren Nutzung sieht es noch relativ schön aus. Sogar die Gummitasten haben noch ihre Farbe behalten und das Display ist kratzerfrei. Die Stromversorgung habe ich auf zwei Eneloop Pro Akkus umgestellt, die auch lange Wanderungen aushalten ohne schlapp zu machen. Den GPSmap 60CSx füttere ich mit der aktuellen OpenTopoMap und schon ist die Chance irgendwo im Gelände verloren zu gehen dramatisch gesunken. Ich bin mit dem GPSmap 60CSx noch immer zufrieden.

März 2006 / überarbeitet: Jänner 2009, Juli 2009, Juli 2017

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