Praktica B-Serie und Prakticar 1:1,8/50mm - Objektivvergleich
Wenn man eine Kamera oder ein Objektiv kauft, will man wissen, wie gut die Neuanschaffung ist. Mich interessieren keine wissenschaftlichen Untersuchungen, wie hoch die Auflösung oder andere Parameter eines Objektives sind. Es soll in der Praxis möglichst gut funktionieren, mehr will ich gar nicht wissen.

Verglichen wurden zwei Stück Pentacon Prakticar 1:1,8/50mm, ein Fujifilm Fujinon XC 16-50mm in der 50mm-Position, ein Nikon AF-D Nikkor 1:1,4/50mm und ein Nikon Micro-Nikkor-P 1:3,5/55mm. Bis auf das Fujinon-Objektiv wurden alle Optiken mittel Anschlußadapter von K&F an eine Fujifilm X-E1 Digitalkamera angeschlossen. Die Objektivbrennweite hat sich mit dem Adapter auf 75mm bzw. 83mm Brennweite verlängert, was ganz exaktes Scharfeinstellen verlangt.
Fazit: Wenn man ein einwandfreies Exemplar erwischt, ist das Prakticar 1:1,8/50mm qualitativ mit anderen 50mm-Objektiven gleichauf. Hat man Pech und die Optik ist verschlissen, muß man eine DIY-Reparatur versuchen, eine andere Optik kaufen oder es als Vitrinen-Exemplar verwenden.
Für mein "Testverfahren" fotografiere ich mit Stativ was aufs Bild passt. Das Panel der Heizungssteuerung lege ich immer in die Bildmitte und nehme es später als Ausschnitt. Dort sollte ein Objektiv am schärfsten abbilden. Das Panel ist vom Aufnahmestandort 3,5 Meter entfernt und hat Beschriftungen in Siedrucktechnik, die scharfe Kanten haben. Es ist auf dem Bild klein genug um auch Aufschlüsse über das Auflösungsvermögen des Kamerasensors oder eines Objektives zu geben. Als Blende habe ich bei dieser Testreihe 8,0 gewählt, weil bei dieser Blende Objektive die höchste Leistung haben sollten. Wissenschaftlich ist das zwar nicht, aber für eine schnelle Qualitätsbestimmung ausreichend.
Das Objektiv der Praktica B200 hat zwar einen Fehler in der Vergütung der hinteren Glaslinse und einen schwergängigen Schneckengang für die Scharfeinstellung, liefert aber eine gute Schärfe.
Dieses Objektiv war bei der Praktica BX20S dabei. Es ist mechanisch in einem schlechteren Zustand, vor allem das Spiel im Schneckengang für die Scharfeinstellung ist, wie ich glaube, problematisch weil man nicht präzise scharfeinstellen kann. Passt man nicht auf, so wie bei diesem Bild geschehen, erzeugt das Unschärfe.
Das Fujinon XC 16-50mm hat an der Fujifilm X-E1 viele Vorteile, die da wären Autofokus oder die Auswertung von Daten aus dem Objektiv bei der Bildspeicherung. Die kameraseitige JPG-Optimierung sieht man dem Bild an. Es sieht am besten aus, ist allerdings sicher nachgeschärft.
Das Nikon AF-D Nikkor 1:1,5/50mm war lange Zeit der Standard bei 50mm-Nikon-Objektiven. Das hier verwendete Objektiv war einmal in einer Kamerawerkstätte als Testobjektiv in Verwendung und sollte besonders geringe Toleranzen besitzen. Das kann man auch gut sehen, denn auch ohne elektronische Optimierung ist das Ergebnis einwandfrei.
Oldie but Goldie: Mein Micro-Nikkor-P Auto 1:3,5/55mm stammt vermutlich aus dem Jahr 1973 und ist noch nicht mehrschichtvergütet. Der Vergleich ist ein bißchen unfair, denn dieses Objektiv ist im Bereich bis 5 Meter besonders gut korrigiert und benötigt durch die etwas längere Brennweite einen Hauch weniger Ausschnittvergrößerung. Trotz allem eine hervorragende Optik.